Beach Race Netherlands

Januar 2018: Völlig überschätzt habe ich mich, völlig unterschätzt habe ich das Rennen. Und es war ein echtes Rennen. 347 Starter. Start um 9.30 Uhr. Ich lasse die Schnellen vorfahren. Die meisten überpacen ja am Anfang, dann kann ich immer noch überholen. Denke ich mir. Über die Promenade geht es, dann durch den Sand hinab zum Strand. Und der ist tief. Wer bremst da hinten? Warum komme ich nicht vorwärts? Der Pulk ist vor mir. Mann, sind die schnell. Jetzt werde ich noch von ein paar wenigen überholt. Danach kommt keiner mehr, der mich überholt. Komisch. Es dämmert mir langsam. Ich bin Letzter. Ich bin allein. Keiner ist mehr zu sehen. Nicht nach vorn, nicht nach hinten. Gibt es eine Abkürzung?
Die Route führt immer am Strand entlang fast 20 Kilometer nach Norden, dann vom Strand weg, um die Rennbahn von Zandvoort herum, zurück an den Strand und fast 20 Kilometer wieder nach Süden bis Noordwjik.
Ich denke ans Aufgeben, aber wohin soll ich dann fahren? Also weiter. Der Tacho sagt, dass ich schon 18 Kilometer weit unterwegs bin. Dann erkenne ich sie, die ersten kommen entgegen. Tatsächlich. Wie unangenehm.
Ich nehme mir vor, das Ding mit Anstand zu Ende zu fahren und bekomme auf halber Strecke beim Getränkestand in Zandvoort ein Lob. „Nicht viele halten hier an.“ Das verstehe ich. Der Mann freut sich, dass er was loswird.
Jetzt zurück. Wieder allein auf dem Strand. Die Sonne scheint und der Gegenwind ist nicht so schlimm wie der Widerstand durch den Sand. Im Ziel wird schon abgebaut. Die Zeit wird aber noch genommen und für das dreckige Rad sind die Hochdruckstrahler auch noch da. Alles gut.

Der Erste war Thijs Zonneveld in 1 h 5 sec, Schnitt 39,02 km/h. Der 340. war ich, 2 h 20 sec, Schnitt 18,25 km/h. Vorletzter.

Es war toll.

2 Kommentare zu „Beach Race Netherlands

  1. Hallo Gert,
    Du schreckst ja scheinbar auch vor nichts zurück. Mit der Erfahrung vom Hansegravel wärst Du jetzt bestimmt schneller. Das hatte ja dort auch durchaus teilweise Strandcharacter.
    Und wenn ich das richtig sehe, warst Du 340. von 347, also mitnichten vorletzter, oder?
    Mit was für einem Rad bist Du das denn gefahren? Und noch viel wichtiger: Mit welchen Reifen?
    Viele Grüße aus Duisburg,
    Markus

    Liken

    1. Hallo Markus,
      ich glaube, eine Fahrerin war langsamer, die anderen DNF. Aber egal, das war es mir wert. Ich völlig Unerfahrener habe mein MTB mit den breitesten Reifen und satt Stollen genommen. Die Lizenzfahrer waren mit speziellen Rennrädern unterwegs, die noch breitere Reifen als unsere Gravelbikes aufnehmen. Meist G One – Reifen, bis 70mm, flaches Profil. Naja, die machen das jedes Wochenende….
      Liebe Grüße
      Gert

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