Tour zur Tour

1992 war ich mit dem Rad, das allerdings im Auto transportiert worden war, das erste Mal bei der Tour im Raum Aachen. 2011 der nächste Besuch anlässlich unseres Urlaubs in der Bretagne. Immerhin gab es damals eine Bergwertung der untersten Kategorie zu bestaunen. 2019 ist die Tour uns so nahe, also, warum nicht?

Montags noch in Nördlingen gearbeitet, Dienstagvormittag zurück ins Büro, um 12 raus, nach Hause, umziehen, aufs Rad und ab in den Zug. Das Jobticket geht bis Bensheim. Das Wetter ist gut, also trocken und nicht zu warm, und ab geht es nach Süden. Das wird die flachste Strecke, die ich je gefahren bin.

Ab 15.30 Uhr von Bensheim nach Lorsch und Viernheim, an Mannheim vorbei, über den Neckar und nach Hockenheim. Die Motoren röhren auf der Kreisbahn. Was ein einfacher Spaß. Später führt eine 15 Kilometer lange, schnurgerade Waldautobahn direkt zum Karlsruher Schloss. Karlsruhe lässt sich gut per Rad erfahren. Fast übergangslos bin ich in Ettlingen. Auf dem Weg nach Rastatt finde ich eine Hütte für die Nacht.

Morgens gibt es in Rastatt Frühstück, danach geht es endlos durch Gemüsegärten, Felder und kleine Orte bis Kehl. Wie einfach es ist über eine Brücke zu fahren und dann ist man in einem anderen Land!

Von Kehl nach Strasbourg

Die Strasbourger Radwege sind verschlungen. Später bin ich am Canal du Rhône au Rhin und schneller aus der Stadt, als ich wollte. Nun denn.

Canal du Rhône au Rhin

Wieder eine Geradeausfahrt. Diesmal 25 Kilometer am Kanal entlang nach Süden. Es wird warm. Die Sonne brennt. Das fehlende Essen in Strasbourg macht sich bemerkbar. Ich werde müde. 100 Kilometer schon mittags geschafft. Nicht schlecht. Endlich kann ich vom Kanal abbiegen. Noch 25 km bis Sélestat.

Sélestat ist für die Tour geschmückt. Die Cafés sind voll. Man ist erwartungsfroh. Ich brauche Essen und Trinken. Dann kommt schon die Webekarawane. Danach ist eine lange Pause. Die Menschen warten geduldig. Bei jedem Tourmotorrad oder Tourauto geht die Menge mit. Dann kommt ein Wagen mit Lautsprechern, die irgendwas an irgendwen herauskrächzen. Warten.

Um 15.20 Uhr endlich: Die Autos der Tour fahren hektischer und schneller durch, dann kommen die führenden Vier. Vorbei! Nur Minuten später das Peloton. Schnell! Den Führenden werden keine Chancen eingeräumt. In weniger als 15 Sekunden sind die restlichen der 170 Fahrer durch. Das war’s!? Ja.

Jetzt kommen noch geschätzt 30 Wagen mit Rädern obendrauf. Dazwischen Motorräder. Dann fährt ein Hobbyfahrer, der Scherzkeks, auf der Route in hohem Tempo. Alle lachen und freuen sich.

Die Straße nach Marckolsheim geht direkt hier ab. Also los. Der Zug fährt um 17.37 Uhr. Das könnte klappen. Nach Osten, nach Deutschland.

Eine gute Atmosphäre. Ein Stadtfest. Ein Fest, für das viele sich in Gelb kleiden. Ein Fest, das für alle gleich ist, und bei dem alle gleich zu sein scheinen. alle Fahrer werden bejubelt, egal welche Mannschaft oder Nationalität. Alle Fans sind sich einig.

270 Kilometer in 25 Stunden für weniger als 20 Sekunden!

War gut!

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